Was war? Was kommt?

Liebe Besucher meiner Website,

das Jahr 2019 ist fast um…wie war`s? Fotografisch gesehen sauguat. Selten so tolle Stimmungen erlebt, fotografiert und gefilmt wie 2019. Wahrscheinlich war es das beste Jahr seit langen. Zum Glück gibt es heute Fotodrohnen, ohne diese hätte ich mich wahrscheinlich längst aus dem Fotogeschäft zurückgezogen. Es ist ja alles schon fotografiert. Die Drohnen geben mir aber jetzt so unglaublich neue, tolle Möglichkeiten, dass ich wieder begeistert bin wie am Anfang meiner Fotolaufbahn….und die Möglichkeiten mit diesen Winzlingen zu filmen (in 4K !!) ist Wahninn.

Was unser Klima betrifft war es das katastrophalste Jahr überhaupt. Die Temperaturen waren 2019 noch nie so hoch, die gesamte Arktis hat gebrannt, das Eis ist fast verschwunden. Hoffnung hat vor zwei Jahren ein 16 jähriges Mädchen gebracht, das eine Bewegung initiierte, die mir wieder extrem Hoffnung macht. Fridays For Future!! Macht weiter so, tretet den „fetten“, satten Politikern in ihren Arsch, macht Dampf…..es geht um eure Zukunft. Depremiert hat mich der Hass der vielen Kleingeister. Wie kann man ein junges Mädchen so angreifen, ein Mädchen, das sich Gedanken macht und um ihre (unsere) Zukunft kämpft. Es ist unglaublich. Diese Leute (zu 80 % Männer….die wahrscheinlich noch nie in ihrem ganzen Leben selbst etwas auf die Beine gestellt haben (DONALD TRUMP)) sind zwar laut, aber nicht die Mehrheit.  Desshalb: Greta….nie aufgeben!!! Weiter machen….wir sind viele!!!

Weiter zu meiner Arbeit: Da ich das Reisen mit dem Flugzeug fast (aber noch nicht) ganz aufgegeben habe, konzentrierte ich mich intensiv auf meine Arbeitsgebiete zu Hause: das bayerische Alpenvorland und die Bayerischen Alpen. Was man da alles machen kann ist unglaublich…bessere Motive habe ich selbst in der Arktis nie bekommen. Die Klimakrise zwingt uns alle zum Umdenken. Weniger fliegen, weniger Auto fahren und und und. Für mich als Fotograf führt das zu extremen Umstellungen. Bin ich in den Jahren zuvor noch 6-7 mal (im Jahr) mit dem Flugzeug unterwegs gewesen, habe ich nun meine Flug“leistung“ auf ein bis zwei Flüge pro Jahr reduziert….gerne würde ich überhaupt nicht mehr fliegen….aber ich muss produzieren, um Leben zu können. Und so werde ich auch in den nächsten Jahren wieder fliegen müssen (was bei mir jetzt schon zu extremen Bauchschmerzen führt).

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Gedanken zur „modernen“ Naturfotografie!

Gestern bekam ich das neue Heft „Forum Naturfotografie“ in die Hände. Wie immer blätterte ich mich so durch`s Heft und blieb an einer Bildstrecke über Schottland hängen. Das soll Schottland sein? Verschwommene, dunkle Bilder von Tieren und Landschaften. Das Tier häufig gar nicht wirklich erkennbar….kein (oder fast kein) Bild, das auf Schottland hindeutete. Das ist also die moderne Tier/Naturfotografie dachte ich mir! Oh mei…wie sich die Zeiten ändern.

Heute geht es den Fotografen anscheinend nur noch um die Ästhetik eines Bildes (und auch hier kann man geteilter Meinung sein….ist es ästhetisch, nur noch dunkle, verschwommene Tier- und Landschaftsbilder zu zeigen?). Keiner versucht mehr, Verhaltensweisen von Tieren aufzunehmen (was natürlich sehr viel schwieriger wäre und viel mehr Zeit in Anspruch nehmen würde). Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann diese Bildsprache langsam nicht mehr sehen. Natürlich ist es schön, wenn man ein paar dieser Bilder kreiert…aber nur noch schwarz, dunkel, ab-und angeschnitten, verschwommen, als Silhouette? Ich weiß nicht. Wir Fotografen sind ja keine (!!!) Künstler sondern Handwerker…uns immer wieder irgendwie zwanghaft als Künstler darzustellen….ist irgendwann a bißerl peinlich. Eine Tier im Bild verschwimmen zu lassen, es in die dunkle Ecke zu setzen und nur die Füße zu zeigen….ist KEINE KUNST! (mit a bißerl Übung kann`s jeder….oder fast jeder)

Wer tolle Tierbücher anschauen möchte, in denen Verhaltensweisen von Tieren gezeigt werden, in denen aber natürlich auch viel Wert auf Ästhetik gelegt wird, der sollte sich die Bücher und Reportagen von meinem guten Freund und Kollegen Ingo Arndt ansehen….da geht mir regelgmäßig das Herz auf.

Oiso…nix für unguat….ich gehe jetzt raus und versuche mal kein Künstler zu sein…vielleicht sehe ich einen Steinbock….dann stelle ich scharf (wenn ich`s hinbekomme) und achte eine wenig auf die Komposition…(vielleicht aber lege ich die Schärfe geziehlt daneben, belichte unter, wackle ein wenig am Stativ, zoome noch wähernd der Belichtung ins Bild, fahre die ASA Zahl meiner Kamera auf 128000 (damit schön „kreativ“ wirkt) und dann drücke ich ab….und werde Naturfotograf des Jahres (später kommt dann raus, dass ich total blau war, übers Stativ gestolpert bin und den Autofokus vergessen habe anzumachen….passiert mir übrigens regelmäßig!!!!)

Bernd Römmelt im Dezember 2019!