Serie Bild 41: Familientreffen!

Das Bild entstand im Mai 2009 im Nymphenburger Schlosspark in München. Der Nymphenburger Park ist eine Paradies für viele wilde Tiere…und das mitten in der Stadt. Ich fotografiere im Park seit über 25 Jahren. Mein aller erster Bildband hatte diesen Park mitten in München als Thema (erschienen im Buchendorfer Verlag im Jahr 2001). Hätte ich damals schon die Möglichkeiten der digitalen Fotografie gehabt…oh mei…ich darf gar nicht daran denken. Das beste Buch über den Park, mit all seinen Tieren, perfekt in Szene gesetzt, stammt vom besten Schlosspark Fotografen Thoma Grüner. Sein Buch erschien im Jahr 2017 („Nymphenburger Schlosspark, Tiere und Pflanzen: Spaziergänge zu allen Jahreszeiten, München Verlag)

Der Frühling ist im Park die mit Abstand beste Zeit. Im April sieht man unzählige Graugänse mit ihren kleinen, dazu gesellen sich Kanadagänse, Stockenten und manchmal auch Nonnengänse mit Küken. Den Höhepunkt bilden aber die Gänsesäger mit ihren jungen. Gänsesäger sind eigentlich sehr scheue Wasservögel, wer schon mal versucht hat einen Säger draussen an einem der Seen im bayerischen Alpenvorland zu knipsen, der weiß wovon ich spreche. Ganz anders dagegen im Schlosspark. Hier sind die Vögel so an die vielen Besucher gewöhnt, dass man sich ihnen auf wenige Meter annähern kann…und das ohne Deckung. Im Mai sieht man diese wunderbaren Vögel mit ihren jungen durch die Kanäle im Park schwimmen. Das besondere: sie tragen die Küken auf dem Rücken. Ich habe schon Säger gesehen, die bis zu 14 Küken im Schlepptau hatten.

Das Bild oben entstand an einem regnerischen Tag im Mai. Eigentlich wollte ich gar nicht in den Park aber der „Fotodrang“ war dann doch zu groß. Zuerst sah ich nur die Gänsesägermutter am Uferrand sitzen. Irgendwie kam sie mir aber so groß, so aufgeplustert vor. Oft sitzen die Gänsesäger am Ufer und ruhen sich mit samt ihren Küken aus, die kleinen schlüpfen dann meist unter das Federkleid der Mutter. So auch hier. Ich näherte mich ganz langsam, legte mich auf den Bau und wartete. Nach ein paar Minuten bewegte sich was….ein junges kam hervor und kletterte sofort auf den Rücken der Mutter….dann kam auch noch ein zweites. So etwas habe ich vorher noch nie gesehen. Ein Küken, das an Land auf dem Rücken der Mutter saß. Unglaublich. Ich fotografierte ein Bild nach dem anderen. Ein paar Minuten später stand die Sägermutter auf….und unter ihr kamen zehn weitere Küken zum vorschein. Sie glitt ins Wasser, die kleinen hinterher. Ich beobachtete die Familie noch eine ganze Weile, wie sie den Kanal hinauf schwamm. Ich schaute meine Bilder auf meiner Kamera an und freute mich wie ein Schneekönig….es lohnt sich immer wieder….der Schlosspark ist ein Paradies….heute wie vor 25 Jahren.

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!

Serie Bild 40: Kochelsee Morgen!

Das Bild entstand heute Morgen am Kochelsee am Rande der Bayerischen Alpen, im Hintergrund spiegeln sich Jochberg (links) und Herzogstand, Heimgarten (rechts). Mir gefällt das Panoramaformat sehr gut. Ich versuche beim fotografieren immer auch Panos hinzubekommen. Das obige Bild entstand aus 8 (oder waren es 12?) Bildern. Dabei habe ich nicht einfach nur von links nach rechts geschwenkt und fotografiert, sondern auch von oben nach unten. Aus 20 MP eines Einzelbildes werden hier ohne großen Aufwand schnell mehr als 100 MP. Das reicht für jede Hauswand.

Neben dem besonderen Fromat mag ich das Bild wegen der tollen Wolken und der (fast) perfekten Spiegelung. Wann ist der doch recht große Kochelsee mal so glatt? Die nächsten Tagen werden interessant. in den Bergen ist Schnee angekündigt. Bin schon ganz nervös!!

Das Leben ist schön!

Belibt`s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!

Serie Bild 39: Yukon Morgen!

Das Bild entstand im September 2009 in den Ogilvie Mountains im kanadischen Yukon Territorium. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, dann suche ich mir immer einen „fotogenen“ Übernachtungsplatz. Das heißt einen Platz, an dem ich am nächsten Morgen sofort mit der Fotografie loslegen kann. Das Bild entstand direkt am Straßenrand des Dempster Highways, eine der schönsten und abenteuerlichsten Straßen des hohen Nordens: Der Dempster Highway…das sind 734 km reine Schotterpiste….von Dawson City im Süden bis nach Inuvik im Norden. Der Dempster führt durch absolute Wildnis, eine Traumstraße. Für mich ist die Straße in erster Linie ein Gefühl, ein Gefühl der Freiheit, des Abenteuers…

Ich kam am später Abend am obigen Platz an. Mir gefiel der Blick über das breite Flußdelta sofort. Leider regnete es leicht….ich hoffte auf den Morgen.Der Wecker klingelte um 6 Uhr. Immer noch leichter Regen. Ich machte mir einen Kaffee und schaute auf diese unglaublich schöne, nordische Landschaft. Plötzlich öffnete sich im Osten für wenige Minuten ein winzig kleiner Schlitz in der dunklen Wolkendecke, die aufgehende Sonne spitzte durch den Schlitz und tauchte die Landschaft in unglaubliches Licht. Alles leuchtete gelb, orange. Was für ein Morgen. In solchen Momenten vergesse ich alles um mich herum. Ich fotografiere dann wie in Trance. Hier bewahrheitete sich wieder mal eine alte Regel der Landschaftsfotografie: Immer aufstehen, nie ausschlafen, immer damit rechnen, dass was passieren kann. Ich freue mich schon wieder auf große Abenteuer in Kanadas Norden…ich bin kräftig am planen. Ich hoffe bald wieder dort oben unterwegs zu sein. Hoff ma mal, dass es klappt.

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!

Serie Bild 38: Neues Leben!

Das Bild entstand im Mai 2010 auf der Jamal Halbinsel in Russlands hohem Norden! Wie schon mal gesagt: Für mich sind Rentiere (Karibus in Nordamerika) die Könige der Arktis. Sie trotzen mit stoischer Ruhe den widrigsten Umständen im hohen Norden.

2010 besuchte ich eine Gruppe der Nenzen. Die Nenzen sind wie die Dolganen auf der Taimyr Halbinsel oder die Sami in Skandinavien Rentiernomaden. Sie folgen ihren Herden das ganze Jahr. Ich hatte vor genau 10 Jahren das Privileg mit einer Gruppe von Nenzen ein paar Tage durch die Tundra zu streifen. Im Mai bringen die Rentiere ihr jungen zur Welt. Ich hoffte natürlich insgeheim, dass ich in der kurzen Zeit meines Besuchs, Zeuge einer Geburt werden würde.

Ich kann mich noch ganz genau erinnern. Ich schlief tief und fest als plötzlich Igor ganz aufgeregt an mir rüttelte. Komm rief es, es geht los!! Was geht los? Na die ersten Rentiere bringen ihre kleinen auf die Welt. Ich war sofort hellwach. In 5 Minuten war ich angezogen und saß auf einem hölzernen Schlitten, der uns raus zur Herde brachte. Ich war derart aufgeregt, dass ich beinahe vom Schlitten fiel. Nach einer halben Stunde „Fahrt“ kamen wir bei der Herde an. Die Rentierkühe standen alleine, mit gebührenden Abstand zum Rest der Herde. Ich stieg langsam vom Schlitten und näherte mich einem Tier, das in der Tundra lag. Plötzlich stand es auf und ich traute meinen Augen kaum: Quasi unter ihr schlüpfte eines kleines Rentier hervor. Es muss gerade erst auf die Welt gekommen sein. Es stand noch auf ganz wackligen Beinen, war noch total nass. Was für ein Wahnsinn. Ich machte damals nur 10, 15 Bilder, dann legte ich die Kamera beiseite und schaute, schaute wie neues Leben begann. Das Kleine begann sofort zu laufen, zu springen. Immer wieder aber suchte es den Schutz der Mutter. Ich hatte Tränen in den Augen…..es war ein Naturschauspiel, das seinesgleichen suchte….und ich war mitten drinn. Es sind genau diese Moment, die ich nie vergessen werde, die in meinem Hirn eingebrannt sind. Wenn ich an diese Momente zurückdenke, dann fühle ich nur Dankbartkeit. Dankbarkeit für ein Leben draussen in der Natur, mit so vielen unglaublichen Erlebnissen, so vielen tollen Momenten…und ich bin noch nicht am Ende….jetzt geht´s erst los. Ich werde berichten!!

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!

Serie Bild 37: Wildes Bayern!

Das Bild entstand heute morgen in den Bayerischen Alpen. Es gibt wenige Wasserfälle, die von hinten begehbar sind. Dieser ist/war so einer. Zuerst probierte ich verschiedenste Motive von „vorne“…alle total langweilig. Dann sah ich zum Glück jedoch einen kleinen Pfad, der hinter den Wasserfall führte. Hinter dem Wasserfall angekommen, versuchte ich Bilder zu machen, was bei der Gischt gar nicht so einfach war. Die meisten Bilder waren unbrauchbar, da die Linse komplett nass war. Zum Glück waren auch ein paar „trockene“ Bilder dabei. Der Wasserfall ist Teil ein neuen, großen Bildbandprojekts….mehr darüber gibt es bald. Mich erinnert der Wasserfall an den Südwesten der USA…ha…sowas gibt es bei uns auch. Ein Traum!!

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!

 

Serie Bild 36: Manchmal muss es sein!

Ich bin kein großer Fan kitschiger Postkartenmotive…Kirchtürme und den ganze Schmarrn versuche ich fotografisch tunlichst zu vermeiden. Manchmal aber schaut es halt einfach zu gut aus, dann kann auch ich nicht anders. Fotografisch gesehen sind solche Motive keine große Leistung…mei ma drückt hoit ab…falsch machen kann man da nix. Leider sind auch wir Fotografen „manchmal“ gezwungen, kommerziell zu denken…und solche Motive verkaufen sich halt zehnmal besser, als die wildesten Gewitterstimmungen (zehnmal besser heißt heute : man bekommt halt 10,- € für`s Bild, das Gewitter bringt 1,- €) Und wenn ich ganz ehrlich bin…mir gefällts (manchmal). Früher als Bildagenturen noch richtig gut verkauften, war ich oftmals unterwegs, um solche „Einzelbilder“ zu knipsen. Heute glaube ich funktionieren nur noch ganze Geschichten, die man in einem Buch oder als  Vortrag vermarktet (natürlich auch in Magazinen). Es gibt viel zu erzählen….ich freuch mich drauf!!!

Das Bild zeigt übrigens Iffeldorf….Traumkulisse vor den Bergen. Morgen wird`s wieder wilder. Ich versprech´s.

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!

 

Serie Bild 35: Wilder Balkan!

Das Bild entstand im Juni 2018 in Sloweniens wilden Wäldern. Oben ist ein WILDER Braunbär zu sehen. Das muss man hier betonen…wer hat schon jemals einen wilden Braunbären in Mitteleuropa gesehen? Die meisten Braunbär-Safaris werden in Kanada, Alaska oder Finnland angeboten. An Slowenien, gleich um die Ecke, denkt niemand. Ich bis vor kurzem auch nicht. Dann machte mich ein guter Freund darauf aufmerksam, dass man in Sloweniens Wäldern tatsächlich wilde  Braunbären beobachten kann. Also machte ich mich auf…nach Slowenien.

Wie in Finnland werden auch die Bären in Slowenien angefüttert, sonst würde man sie wahrscheinlich niemals zu Gesicht bekommen. Man setzt sich dann in eine kleine Ansitzhütte und hofft, dass einer dieser wilden Gesellen vorbei kommt. Meist mußte ich nicht lange warten, schon nach ein, zwei Stunden zeigten sich die meisten Bären.

Ich mag die Wälder Slowenien sehr gerne. Unterscheidet sich die Landschaft, der Wald, die Baumarten doch gewaltig von der Umgebung, die man von den meisten „üblichen“ Bärenbildern aus Alaska oder Finnland kennt. Die Wälder Slowenien bestehen meist aus gesunden Mischwald, Wald den es auch bei uns in Deutschland gibt. Ich liebe das obige Bild, zeigt es doch einerseits einen unglaublich schönen, kleinen Bären, mit dem perfekten Teddybären Gesicht, zum anderen sitzt der Bär auch noch perfekt zwischen den so wunderbar geraden Bäumen….dazu fällt auch noch ein Lichtspot genau auf sein Gesicht. Ich könnte jetzt erzählen, dass ich stundenlang auf diesen Lichtspot gewartet habe und dann passierte es zum Glück usw…..war aber nicht so…hihi….ich hatte einfach a gscheits Massl (auf deutsch Glück).

Wer sich für die Bären in Slowenien interessiert, dem sei  das wunderbare Buch meines Freundes und Kollegen Robert Haasmann empfohlen, der zusammen mit zwei weiteren Kollegen über Jahre hinweg die Bären Sloweniens fotografiert hat und dabei unglaubliche Bilder einfangen konnte („Unter wilden Bären, Verlag Frederking & Thaler).

Auch wir könnten in den Alpen wieder eine gesunde Bärenpopulation haben. Leider sind wir Alpenbewohner im Umgang mit wilden Raubtieren, sei es Wolf, Luchs oder Bär, bei weitem nicht so entspannt wie die Slowenen. Bruno lässt grüssen!! Wie toll wäre es, wenn wir auch in den Alpen wieder auf diese Raubtiere treffen würden. Ich würde mich riesig freuen…werde es aber wahrscheinlich nicht mehr erleben. Wir brauchen wieder Wildnis, unberührte Natur….das ist es doch, was unser Leben ausmacht. Weg von der Hektik, weg vom Konsum….zurück zur Natur. Hört sich ein wenig rührselig an….ist es auch…und das ist gut so!!!

Ich hoffe bald mal wieder nach Slowenien zu kommen….die Hoffnung stirbt zuletzt.

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!

Serie Bild 34: Magischer Abend!

Vorgestern Abend war ich im Murnauer Moos unterwegs. Eigentlich wollte ich nur a bißerl radeln. Zum Glück habe ich aber immer meine Fotoausrüstung dabei (zumindest eine Notreserve). Als ich zu diesem magischen Platz kam, war der Himmel wolkenverhangen, es regnete sogar leicht. Irgendwie hatte ich aber so ein komisches Gefühl „da geht noch was“. Ich wartete knapp zwei Stunden und dann kam es…das Licht. Durch einen kleinen Schlitz spitzte die Sonne und tauchte die (Berg)Landschaft in magisches Licht. Ich fotografierte in alle Richtungen….überall Motive Phone Number Trace , überall Berge, Spiegelungen. Ein Traum (wie so oft). Die dunklen Wolken über den Bergen waren das i tüpferl eines unglaublich schönen Abend. Fotografenherz was willst Du mehr?! Die Bilder sind Teil eines neuen, großen Fotoprojekts, dass im Oktober fertig sein wird. Das Buch dazu gibt´s dann im Frühling 2021….erscheinen wird es im Knesebeck Verlag. Es wird Wahnsinn.

Das Leben ist schön!

Bleibt´s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!

Serie Bild 33: die wichtigen 3 Minuten!

Das Bild entstand heute Morgen an der Loisach im bayerischen Alpenvorland. In der Nacht hatte es gewittert, noch am Morgen regnete es. Beste Voraussetzungen, um um 4 Uhr aus dem Bett zu hüpfen, in freudiger Erwartung, dass genau das passiert, was oben zu sehen ist. Wenn Nachts Gewitter aufziehen, dann bin ich schon lange vor Sonnenaufgang wach, nervös, umtriebig. Die tollsten Stimmungen gibt es immer nach Wetterwechseln, nach oder vor Gewittern…! Da bei mir der Wecker immer gegen 4 Uhr klingelt (im Hochsommer meist gegen 3 Uhr), bin ich also auch heute Morgen aufgestanden und habe die Lage gecheckt. Und die sah vielversprechend aus. Dunkle Wolken standen über den Bergen…im Osten einer kleiner heller Schlitz. Also raus auf Motivsuche.

Ich fuhr ein wenig  umher, bis ich mich an diesen tollen Platz erinnerte. Zuerst probierte ich mein Glück…ganz „old shool“…von unten….schaute aber nach nix aus (wie so oft). Also schickte ich meinen kleinen Flugroboter in die Luft….und alles änderte sich. Von oben war der Blick einfach gigantisch….obwohl ich lediglich 18 Meter hoch war. Die Sonne spitzte durch den Schlitz und alles leuchtete intensiv gelb, orange. Ein Traum. Das ganze dauerte knapp 3 Minuten, dann war alles vorbei. Um Bilder wie das oben zu bekommen, muss man „seine“ Landschaft kennen, man muss wissen, wo man was, zu welcher Jahreszeit bekommt. Stichwort „Heimvorteil“. Ich kannte diesen Platz schon lange und hatte auch schon lange ein ähnliches Motiv im Kopf….dass es heute klappte….um so besser! Morgen geht`s weiter.

Das Leben ist schön!

Bleibt´s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!

Serie Bild 32: Diver!

Das Bild entstand im September 2008 im Katmai Nationalpark in Alaska. Der Katmai Nationalpark ist einer der besten Plätze in Alaska, um Braunbären vor die Linse zu bekommen. Ich war im Herbst dort unterwegs. Im Herbst springen dort keine Lachse mehr die Wasserfälle und Stromschnellen hinauf, dafür sind die Tiere schon zu geschwächt. Dennoch sind noch tausende Lachse unterwegs. Die Bären versuchen vor dem Winterschlaf nochmal so viel Kalorien wie nur möglich zu sich zu nehmen. Ich war im Brooks Camp, um am Naknek Lake Bären beim herbstlichen Lachsfang zu fotografieren.

Die Bären haben dabei die unterschiedlichsten Techniken entwickelt. Manche gehen die seichten Stellen der Flusslläufe ab und suchen nach verendeten oder geschwächten Fischen. Andere haben eine ganz eigene Strategie entwickelt. Eingeführt hat diese Art des Lachsfangs ein ganz besonderer Bär. In den neunziger Jahren fing ein Bär plötzlich damit an, auf den Grund des Sees zu tauchen (kopfüber) und die verendeten Fische von dort hinauf zu holen. Es war unglaublich! Dieser Bär bekam einen Namen: DIVER! Er wurde zu einer absoluten Berühmtheit in Alaska. Interessant war, dass sich im Laufe der Jahre immer mehr Tiere diese Technik abgeschauten. Heute sieht man mehrere Bären, wie sie nach Lachs tauchen.

Ich beobachtete den Bären oben schon eine ganze Weile. Immer wieder tauchte er kopfüber in  den See. Die Tauchgänge dauerten immer nur wenige Sekunden. Immer dann wenn er auftauchte, schüttelte er seinen gewaltigen Kopf. Es sah gigantisch aus. Die Schwierigkeit lag darin, den Ort des Auftauchens zu lokalisieren, denn dann ging alles immer sehr schnell. Der Bär tauchte auf und schüttelte wenige Sekunden später seinen Kopf. Hier hatte ich Glück. Ich hatte Glück, dass ich den „Auftauchort“ des Bären zufällig im Visier hatte und ich hatte Glück, dass das sein rechtes Auge trotz der gezieht gewählten längeren Verschlusszeit noch scharf wurde. Ich wählte die längere Verschlusszeit einfach deswegen, weil ich die Dynamik der Bewegung im Bild zeigen wollte. Das scharfe Auge war dann einfach ein Glückstreffer.

Jedes Jahr entstehen hunderttausende Bärenbilder im Katmai NP. Alle wollen Bären beim Lachsfang zeigen (ich oft auch). 99 % der Bilder zeigen das gleiche: Bär mit Lachs im Maul…vermarktungstechnisch heute fast unverkäuflich (Überangebot). Vielleicht ist es Zeit, die Bären mal ganz anders zu zeigen….ich habe schon bestimmte Bildideen im Kopf…bald (hoffentlich) werde ich das ganze angehen…es wird Wahnsinn!!

Das Leben ist schön!

Bleibt´s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!