Serie Bild 42: Sonnenzauber am nächtlichen Himmel!

Das Bild der Polarlichter entstand im Februar 2012 in einer der wildesten und schönsten Gebirgslandschaften der Welt: der Brooks Range im hohen Norden Alaskas. Es war eine magische Nacht. Ich arbeitete damals an meinem Bildband über Alaska. Wer im Februar in die Brooks Range reist, der muss mit Temperaturen von unter – 40 Grad zurechtkommen. Auch in dieser Nacht sanken die Temperaturen auf – 44 Grad. Eigentlich keine perfekten Bedingungen, um draussen Polarlichter aufzunehmen.

Ich fotografierte bereits den ganzen Tag in dieser wunderbaren Gebirgswelt nördlich des Polarkreises. Es war einfach saukalt, das Licht aber den ganzen Tag so sauguat, dass ich einfach nicht anders konnte, als von einem Motiv zum nächsten zu hetzen. Am Abend (im Februar nördlich des Polarkreises gegen 15 Uhr) war ich dann so erschöpft, dass ich eigentlich nur noch schlafen wollte. Doch dann ging es erst los!! Die Sonne sank hinter die Berge, die Dunkelheit brach herein. Schon in der Dämmerung sah ich am Himmel die ersten Nordlichter aufflackern. Mist…also draussen bleiben. Es wurde eine unglaubliche Nacht. Die Polarlichter begannen am nächtlichen Himmel zu tanzen und hörten erst am nächsten Tag gegen 6 Uhr morgens mit dieser Unerhörtheit auf. Es braucht viel Enthusiasmus und Motivation bei 40 Grad unter Null draussen zu stehen und die ganze Nacht Nordlichter zu fotografieren. Manchmal war ich derart eingefroren, dass ich ins Auto steigen musste, um mich ein wenig aufzuwärmen….anders ging es nicht.

Das obige Polarlicht gehört zu meinen absoluten Lieblingen. Zwar ist die Landschaft im Vordergrund nicht wirklich spektakulär…aber dieses Polarlicht. Ein Nordlicht mit diesen unterschiedlichen Farben hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Die meisten Polarlichter sind grün, manchmal auch gelb. In diesem besonderen Polarlicht waren aber alle Farben vereint: gelb, rot, grün, leichtes lila…Wahnsinn. Ich fotografierte in dieser Nacht bis 6 Uhr morgens, trank einen Kaffee und dann gings schon wieder raus: Berge im ersten Licht fotografieren…puh…es war einfach a Traum, sauguat, a riesen Gaudi…Fotografieren kann Stress sein…aber das ist jammern auf hohem Niveau…! Wer mehr über Polarlichter erfahren will, wer sich für die Polarlichtfotografie interessiert, der kann sich mal mein Buch „Polarlichter – Sonnenzauber am nächtlichen Himmel“,  erschienen im Knesebeck Verlag anschauen. Es ist nun ganz frisch in der 4. (!!) Auflage erschienen.

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!