Serie Bild 28: Die wahren Könige der Arktis!

Das Bild der Rentiere entstand im Jahr 2012 in schwedisch Lappland. Ich liebe Rentiere (in Nordamerika Karibus). Sie sind wahnsinnig zache, ausdauernde Tiere. Sie ertragen im Winter Temperaturen von bis zu – 50 Grad und im Sommer Millionen blutsaugende Moskitos. Sie wandern jedes Jahr tausende Kilometer. Die Wintermonate verbringen sie in den geschützen Waldgebieten des Nordens, im Sommer wandern sie an die Küste, um dort z.B ihre Jungen auf die Welt zu bringen. Viele Ureinwohner des hohen Nordens sind fast vollständig abhängig von dieses Tieren. Sie spenden Ihnen Nahrung und Kleidung. Inuit, Sami, Nenzen, Dolganen u.v.a. indigene Gruppen des Norden verehren die Tiere als Quelle des Lebens. Während in Europa und Sibirien die Rentiere teilweise domestiziert wurden und sie „nur“ noch halbwild durch die Taiga und Tundra streifen, sind die Karibu Nordamerikas zu 100 % wild geblieben, eine Domestizierung hat dort nie statt gefunden.

Ich mag das Bild oben sehr gerne, weil die vier Rentiere so wunderbar in einer Reihe laufen (immer in einer Spur, um Kraft zu sparen). Zum anderen liebe ich die weiße Umrahmung der Tiere. Wer schon einmal im Winter im hohen Norden war, der wird es schon mal erlebt haben. Die weiße Landschaft ist manchmal so hell (grell), dass keine Konturen mehr im Schnee zu erkennen sind.

Rentiere und Karibus sind stark vom Klimawandel betroffen. Die Bestände sind stark rückläufig. Vor allem die immer wärmer werdenden Winter machen den Tieren zu schaffen. Oft verhindert eine dicke Eissicht (nach einer Tauphase), dass die Tiere zu den für sie so wichtigen Gräser und Flechten durchdringen. Die Tiere verhungern. Auch machen Ihnen die Ölbohrungen in der Arktis immer mehr zu schaffen. Alte Wanderrouten werden von oberirdisch angelegten Ölleitungen zerschnitten, die wichtigen Sommerweideplätze von großen Ölfeldern zerstört. Schlechte Zeiten für eine Ikone des Nordens. Handlungsoption: Klimawandel bekämpfen, weniger Energie verbrauchen, ÖL MEIDEN.

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im April 2020!