Serie Bild 4: Strand der (Eis)Diamanten!

Das Bild entstand am heute wahrscheinlich bekanntesten Strand des Nordens: am Strand der Gletscherlagune Jökulsarlon im Südosten Islands. Im Februar 2015 verbrachte ich 3 Wochen auf Island. Die meiste Zeit fotografierte ich in den wilden Westfjorden, da dort oben im hohen Norden Islands einfach weniger los ist. Auf der Rückfahrt habe ich dann noch zwei Tage an der Gletscherlagune halt gemacht. Es war erschreckend wieviele Touristen und Fotografen diesen Traumort heute bevölkern. Selbst im Winter hat man hier keine Ruhe mehr (ich gehöre wie ihr seht übrigens selbst zu den Übeltätern!!). Natürlich aber ist der Strand, der übersät ist mit hunderten Eisklötzen, immer noch ein Wunder….ein Wunder der Natur. Ich kann mich nicht satt sehen an den verschiedenen Formen und Farben dieser Diamanten aus Eis.

Als ich im Februar 2015 dort ankam herrschte Prachtwetter, die See war ruhig, der Strand überlaufen mit Fotografen….an ruhige Fotografie war nicht zu denken. Immer wieder lief irgendein anderer Fotograf duchs Bild.  Einen Tag später änderte sich alles. Das Wetter war immer noch prächtig, es stürmte aber gewaltig. Ein riesengroßer Wellenbrecher nach dem anderen peitschte an den Strand. Der Strand war bis auf wenige Ausnahmen wie ausgestorben. Wer den Eisklötzen jetzt zu nahe kam, der lief Gefahr ins Meer hinaus gespült zu werden. Ich versuchte mit großer Vorsicht mein Glück. Immer wieder wurde ich von den Wellen getroffen. Als ich kurz davor war, pitschnass aufzugeben, bekam ich mein Bild. Über mir war eine Welle fast explodiert. Ich lies mein Stativ einfach stehen und rannte Richtung Ufer….als alles vorbei war, sah ich mein Stativ noch mitten zwischen den Eisschollen stehen (!!). Ich konnte es nicht glauben. Es hatte überlebt. Und…ich hatte am Schluss anscheinend noch ein Bild gemacht….siehe oben. Ich liebe dieses Bild: es zeigt die unglaublich schönen Eisklötze im schönsten Licht….und….im Hintergrund schlagen diese Monsterwellen am Ufer ein. Es war a riesen Gaudi…wenn auch a nasse.

Bleibt`s gsund

Bernd Römmelt im März 2020