Fuji X-T20

Liebe Website Besucher,

in den letzen Wochen habe ich viele Anfragen bzgl. der Fuji X-T20 bekommen. Was ich von der Kamera halte usw…! Nun also habe ich sie ein paar mal testen können. Als ich das Ding das erste mal in die Hand bekam, war ich begeistert. Noch kleiner als die X-T2, noch leichter, noch besser in die Berge mitzunehmen. Die Daten sind ebenfalls beeindruckend. Der selbe Sensor wie bei der X-T2, der selbe Autofokus, die selben Videofunktionen (4k!!) usw. Nur gegen Staub und Spritzwasser soll sie nicht so gut geschützt sein….was mir nicht so viel ausmacht….im Regen bin ich selten unterwegs und in die Sahara fahre ich nicht….

Unterschiede zur X-T2

Wenn man sich mit der Kamera ein wenig näher beschäftigt, dann fallen natürlich schon ein paar Unterschiede zur X-T2 auf. Zum Beispiel sind bei der X-T2 die Iso Zahlen einfach über ein Einstellrad zu verändern. Bei der X-T20 muss ich hier „umständlich“ in ein Menü gehen. Auch auf den tollen Wippschalter der X-T2 wurde verzichtet. Der Wippschalter erlaubt es blitzschnell mein Autofokusfeld anzuwählen, ohne die Kamera „vom Auge“ zu nehmen. Bei der X-T20 muss ich zuerst einen Menüpunkt drücken, dann funktioniert auch ein Wippschalter, der noch mit anderen Funktionen belegt ist.

Alles ist nicht ganz so wertig wie bei der X-T2 – was man aber bei der Hälfte der Preises auch nicht erwarten kann. Die Bildqualität entspricht wirklich exakt der der X-T2 (auch die Videoqualität ist identisch – hervorragend), was nicht verwunderlich ist, sind beide doch mit dem gleichen Sensor ausgestattet. Was die X-T20 aber noch zusätzlich hat, ist der Touchscreen, der insbesondere beim Videofilmen wirklich ganz wunderbar funktioniert. Ich berühre den Bildschirm nur ganz leicht und schon ist mein Autofokusfeld festgelegt. Ein fast unschätzbarer Vorteil beim filmen bewegter Motive (man vermeidet „Rüttler“ durch das wiederholte anfassen der Kamera). Für mich wäre die X-T20 die ideale Kamera für die Berge, wo es auf jedes Gramm Gewicht ankommt.

Ja wäre.…denn einen Riesennachteil hat die Kamera…und da muss ich mich fragen, wer bei Fuji die Kameras entwirft?! Das Fach für den Akku und für die Speicherkarte liegen am unteren Kameragehäuse (quasi am Boden der Kamera). Es ist äußert umständlich die Speicherkarte zu wechseln, da das Schlitz sehr dicht am Akkufach angebracht ist. Ich frage mich, warum die Fuji-Entwickler das Fach für die Speicherkarte nicht wie bei der X-T2 rechts an der Kamera angebracht haben.

Und…jetzt kommt der Wahnsinn: sowohl die Speicherkarte, wie auch der Akku können nur gewechselt werden, wenn keine Schnellwechselplatte für einen Kugelkopf (Stativ) angebracht ist. Bei angesetzter Schnellwechselplatte ( ja liebe Fuji Konstrukteure – es gibt noch Fotografen die mit Stativ arbeiten, um aus euren tollen Sensoren, die beste Qualität rauszuholen) lässt sich das Fach für Akku und Speicherkarte nicht öffnen – es wird ganz einfach von der Schnellwechselplatte verdeckt. Unglaublich. Wer schon mal bei kalten Temperaturen draussen unterwegs war, der weiß wie schwierig es oft ist, mit klammen Fingern Speicherkarten oder Akkus zu wechseln. Nun muss ich also mit meinen kalten Fingern zuerst die Schnellwechselplatte abbauen, dann das fummelige Fach für Akku und Speicherkarte öffnen….und dann muss die Schnellwechselplatte wieder drauf geschraubt werden. Ich weiß genau: im Winter ist das ein fast unmögliches Unterfangen…und oft geht es in der Landschaftsfotografie um Sekunden….ich verpasse Motive, nur weil ich einen Akku oder eine Speicherkarte wechseln muss. Kopfschüttel!!!

Man kann sich helfen, in dem man gleich mit 64 GB Speicherkarten arbeitet, die man eben nicht so oft wechseln muss. Das Akku“wechsel“problem bleibt aber. Und da sind wir schon bei einem weiteren Manko der Kamera (auch bei der X-T2). Der Akku schafft bei normalen Temperaturen nur lediglich 300-400 Aufnahmen. Ich bin bei einem richtig guten „Shooting“ gezwungen den Akku irgendwann zu wechseln. Mach ich dann noch ein paar Videos, dann ist der Akku in einer halben Stunde leer.

Fazit: Fuji wäre hier eine absolut geniale Kamera gelungen (die Bildqualität entspricht fast 99 % einer vollformatigen Canon Kamera), die Akku- und Speicherkartenwechselprobleme trüben aber das Bild. Ich werde die Kamera natürlich trotzdem verwenden und immer fluchen und schimpfen wenn ich Karte oder Akku wechseln muss. Bei der X-T30 sollte sich Fuji darüber im klaren sein, dass es auch heute noch Fotografen gibt, die mit Stativ arbeiten und einfach die Schraube für die Schnellwechselplatte um nur 1,5 cm weiter in die Mitte legen.

Für Fotografen, bei denen es auf jedes Gramm Gewicht ankommt, ist diese Kamera bestens geeignet. Sie wird auf langen Bergtouren  mein ständiger Begleiter werden. Im Endeffekt kommt es halt doch auf die Bildqualität an – und die ist wirklich hervorrangend

Bernd Römmelt im Mai 2017