Unterwegs mit der Fuji X-T1

_DSF1956_7_8-2In den letzten Tagen war ich ein wenig mit meiner neuen Fuji X-T1 unterwegs. Ich habe lange nach einem Kamerasystem gesucht, das leicht und klein ist und darüber hinaus auch noch qualitativ hochwertige Bilder macht. Kurz zur Vorgeschichte: Ich hatte es satt, auf dem Gipfel eines Berges mit Rücken- und Schulterschmerzen anzukommen. Bergfotografie soll in erster Linie Spass machen. Der Spass ging aber immer mehr verloren, da die Ausrüstung während all der Jahre immer gleich schwer blieb, der Fotograf aber immer älter wurde…(haha). Dank Axel Hoffmann von Isarfoto Bothe bin ich dann auf das Fuji System gestoßen. Anfangs war ich ein wenig skeptisch. Das Fujisystem ist spiegellos und hat „nur“ einen Halbformatsensor verbaut. Von meiner Canon EOS 7 D, der ebenfalls ein Halbformatsensor verpflanzt wurde, war ich eigentlich immer enttäuscht, die Bilder waren irgendwie nie richtig scharf und immer matschig. Trotzdem wagte ich den Versuch. Schon als ich das erste mal die Fuji X-T1 in der Hand hielt, war ich begeistert. Sie liegt in der Hand wie eine Spiegelreflexkamera – ist halt aber nur viel leichter. Vom Blick durch den elektronischen Sucher war ich ebenfalls  sehr angetan: groß, hell, scharf. Natürlich ist meiner Meinung nach, der elektronische Sucher in Sachen Bildeindruck nicht mit einem optischen Sucher zu vergleichen, trotzdem scheintFuji  hier richtig gute Arbeit geleistet zu haben. Also habe ich den „sauren“ (süßen??) Apfel gebissen und habe mir die Fuji samt 18-55, 55-200 und dem Zeiss 12mm gekauft. Über 3000 € waren weg.

Ich bin dann die nächsten Tage einfach raus und habe nur mit dem Fujisystem gearbeitet. Und hier nun meine ersten Eindrücke: Der elektronische Sucher ist sehr gut, lediglich im Gegenlicht macht er keinen so guten Eindruck. Hier saufen viele Details einfach ab. Toll ist aber die elektronische Wasserwaage im Sucher und das kleine Histogramm, das mir meine Tonwerte zeigt. Die Kamera gleicht optisch einer Kamera von vor 30 Jahren an. Überall kleine Rädchen, Knöpfe…alles extrem leicht und schnell zu erreichen – einfach super, selbsterklärend. Schade ist nur, dass die automatische Belichtungskorrektur der Kamera lediglich zwischen -1, 0, +1 Blenden schwankt. Für HDR Aufnahmen bräuchte man aber mindestens -2, 0, +2 Blenden Unterschied. Natürlich kann man die verschiedenen Belichtungen auch z. B. über das Belichtungskorrekturrad einstellen, dann muss ich aber jedesmal die Kamera anfassen, was zu Verwacklungen führen kann – die drei Bilder passen aber schon bei der geringsten Verwacklung nicht mehr zusammen. Ich habe das Problem für mich so gelöst, dass ich einfach die automatische Belichtungskorrektur der Fuji nutzte (-1,0,+1) und die beiden „äußeren“ Werte später im RAW Konverter nach oben bzw. nach unten zog. Funktonierte auch ohne Probleme!!

Das Gewicht meiner neuen Kamera samt meiner drei neuen Objektive liegt ca 2 kg unter dem der Canon Kamera und Objektive, die ich sonst immer auf den Berg mitschleppe. 2kg(!!) das sind bei langen Touren Welten. Was aber bringt das alles, wenn die Bildqualität nicht stimmt?! Wie gesagt, eigentlich bin ich absoluter „Vollformat-Fan“ und war sehr skeptisch. Ich war also sehr auf die Ergebnisse gespannt. Fuji presst 16 Megapixel auf einen realtiv kleinen Sensor. Canon und Nikon noch viel mehr. Die Pixeldichte ist dadurch extrem hoch und nur wirklich gute Objektive können hier wirklich noch gute Ergebnisse erzielen. Und hier punktet eben das Fujisystem. Die Objektive sind grandios (und hochwertigst verarbeitet). Ich bin von der Schärfe beeindruckt. Um die Fuji mit der Canon EOS 5 Mark II vergleichen zu können, habe ich einfach die Bilder der Fuji auf 21 Megapixel hoch interpoliert. Ich will ja in Zukunft mit der „selben“ Pixelzahl meine Kunden bedienen. Und? Ich kann sagen die Fuji kommt auf 95 % der Bildqualität der Canon. Um dieses Ergebnis aber nochmals ins richtige Licht zu rücken: Die Fuji hat einen kleineren Sensor, ich habe die Pixelzahl hier künstlich nach oben interpoliert und trotzdem reicht es bei 100 % Ansicht im Photoshop zu 95 % der Bildqualität der Canon. Im Druck werden hier keine Unterschiede zu sehen sein. Hinzu kommt noch, dass der Dynamikumfang der Kamera um Welten besser ist, als der meiner 5 II. Leider liefert Fuji keinen wirklich guten RAW Konverter mit, aber wofür gibt es ja Adobe Lightroom?!

Zusammenfassend kann ich also sagen: Für Fotografen, bei denen jedes Gramm Gewicht zählt (Berge, Reisen) und die unauffällig unterwegs sein wollen (schön bei Reportagen), die aber in Sachen Bildqualität fast keine Abstriche bei der Bildqualität hinnehmen wollen, für die ist das Fujisystem das perfekte System. Fuji wird das System noch weiter ausbauen. Viele neue Objetive werden auf den Markt kommen….ich freue mich schon. Achso noch eins: Für mich als „alten“ Gegenlichtfan war es sehr schön festzustellen, dass die Sonnensterne der Fuji sehr schön sind (sehr fein) und relativ wenig störende Reflexe zu sehen sind. Ich werde in Zukunft auf meinen langen Touren ausschließlich das Fujisytem nutzen. Meine Schultern werden es mir danken und….ich kann mit der leichteren Ausrüstung noch mehr Gas geben, noch mehr unterwegs sein….!Hier nun ein paar Ergebnisse der letzten drei Tage:

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