Serie Bild 16: Immer wieder schön!

Auch dieses Bild ist aktuell. Es entstand heute Morgen im bayerischen Alpenvorland (im Hintergund leuchtet die verschneite Zugspitze). Ich werde oft gefragt, ob ich manche Fotoplätze auch mehrmals anfahre. Ich antworte darauf meistens mit „nein nicht mehrmals, hunderte Male“. Diesen Platz suche ich im Jahr sicherlich 40-50 mal auf. 40-50 mal, um dort zu fotografieren!! Jetzt werden sicher manche an meinem Verstand zweifeln. Viele meiner Freunde und Kollegen schütteln den Kopf, wenn ich ihnen erzähle, dass ich schon wieder an diesem magischen Platz war. Die ham`s halt einfach nicht begriffen. Zum einen ist der Platz einfach so schön, dass es sich auch ohne Kamera lohnt, dort vorbei zu schauen (was ich sicherlich zusätzlich 50-60 mal im Jahr mache). Zum anderen ist es dort immer anders. Das Licht, die Wolken, die Berge, der See, die Vegetation…einfach alles. Jetzt im Frühjahr sind z.B die Berge noch schneebedeckt, die Vegetation dagegen ist noch spärlich. Alles wirkt noch kalt (heute morgen waren es – 10 Grad)….der Winter ist noch nicht wirklich gewichen, der Frühling noch nicht wirklich angekommen. Ich mag diese Zeit sehr gerne…die Zeit des frühen Frühlings. Es ist noch nicht so warm, das Licht nicht verdorben durch dunstige Hitze. Wenn in drei bis vier Wochen das erste saftige grün auf den Bäumen zu sehen ist, ändert sich wieder alles. Ich werde auf jeden Fall wieder da sein.

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im März 2020!

 

Serie Bild 15: Wetterwechsel!

Das Bild entstand gestern Abend im bayerischen Alpenvorland – dem schönsten Land der Welt, ach was des Universums!! Ich war gestern ganz begeistert von diesem Motiv, weil es so wunderbar den Wetterumschwung zeigt. Die dunklen Schneewolken hatten sich in den Süden, in die Alpen, zurückgezogen. Vom Norden her machte sich Hochdruckeinfluss breit. Die Berge zeigten sich tief verschneit, die Luft  war seit langen mal wieder total klar. Mir ist gestern mal wieder bewußt geworden, dass ich nirgendwo anders leben wollte, wie hier am Rande der Alpen. Es mag spektakulärere Landschaften auf der Welt geben (aber nur wenige!!)….aber an keinem Ort der Erde gibt es es halt so gute Brezn wie bei uns….und das ist das Entscheidende.

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im März 2020!

Serie Bild 14: An der Eiskante!

Das Bild entstand im Juni 2010 irgendwo auf dem Packeis nahe Pond Inlet auf Baffin Island, Kanada. Zusammen mit meinen beiden Kollegen Florian Schulz und John E. Marriott verbrachte ich eine Woche an einem ganz besonderen Platz….an der Eiskante. Wenn im frühen Sommer (meist im Juni) die Temperaturen steigen, beginnt das Packeis zu schmelzen. Das Eis weicht so langsam dem offenen Wasser. Dort, wo das Eis auf bereits offenes Wasser stößt, liegt diese legendäre Eiskante…und genau dort, direkt an der Kante, schlugen wir unsere Zelte auf. Dieser spezielle Platz ist ein wahrer „Platz des Lebens“. Viele Tiere der Hocharktis sammeln sich dort im Frühsommer. Der Ice Floe Edge ist eine Art  „Fressoase“, ein „Restaurant“ in der Eiswüste. Wenn das Eis aufbricht und das intensive Sonnenlicht auf das Wasser trifft, kommt eine Fotosynthese zum laufen, die wiederrum viele Mikroorganismen in Gang setzt. Eine ganzer Nahrungskettenkreislauf wird angeworfen, der immer mehr Tiere an die Eiskante lockt.

Wir wollten dort in erster Linie Narwale fotografieren – die legendären Einhörner der Meere. Aus ihren Maul ragt ein bis zu 2 Meter langer Eckzahn des Oberkiefers. Unglaublich. Es sind sagenumwobene Tiere. Es war ein Lebenstraum von uns allen, einmal diese Tiere zu fotografieren. Erfahrene Inuit Guides brachten uns von Pond Inlet an die Eiskante. Hier schlugen wir unser Basislager auf. Dave Reid von Polar Sea Adventures leitete die ganze Unternehmung. Im Juni scheint die Sonne 24 Stunden vom Himmel (wenn das Wetter mal gut ist). Wir hatten also 24 Stunden Zeit, um an der Eiskante zu fotografieren. Und ich kann sagen, wir nutzten jedes Sekunde. Wir fotografierten Eiderenten, Dickschnalbellummen, Schneegänse, Ringelrobben und und und. An Schlaf war fast nicht zu denken. Irgendwann, mitten in der „Nacht“ kamen sie dann: Narwale. Ein ganzer Trupp näherte sich der Eiskante. Wir waren alle bereit, dann plötzlich Schüsse. Neben uns hatten Inuitjäger ihr Jagdcamp aufgebaut und auch diese Jungs nutzten jetzt ihr Chance. Pech für uns, denn die Narwale waren mit den ersten Schüssen sofort verschwunden. Inuit jagen schon immer Wale.  In der Regel „entnehmen“ sie nur so viele Tiere wie nötig, um das natürliche Gleingewicht nicht zu zerstören. In den letzten Jahren ist jedoch eine Diskussion darüber aufgekommen, ob die Inuit nicht doch zu viele Wale töten. Die Ureinwohner der Arktis nutzen bei der Jagd heute natürlich Schusswaffen, das erhöht den Jagderfog. Leider werden dadurch aber auch viele Tiere nur angeschossen, die dann schwer verletzt untergehen und „ungenutzt“ sterben. Ich finde es schwierig, sich hier auf irgendeine Seite zu schlagen. Ich glaube aber es ist problematisch, den Inuit die Jagd auf die Wale zu verbieten, den die Hauptursache für den Rückgang vieler arktischer Tierarten sind wir Menschen aus den Industrienationen. Unser Lebensstil führt zu den dramatischen Veränderungen in der Arktis unter dem viele Tieraten leiden….auch die Narwale.

Wir mussten damals zähneknirschend akzeptieren, dass wir nur Gäste in dieser weißen Wildnis waren. Also überlegten wir uns ein Alternativprogramm. Wir entschieden uns, mit den Schneemobilen auf Eisbärensuche zu gehen. Und so starteten wir jeden Abend los, raus auf`s Packeis…und suchten Eisbären. Es war gar nicht so einfach, in der weißen Eiswüste, weiße Bären zu finden. Eines Nachts aber klappte es. Unsere Guides sichteten einen großen Bären. Wir versteckten uns hinter ein paar großen Eisschollen und warteten. Der Bär kam immer näher. Er merkte relativ schnell, dass da irgendwas nicht stimmte. Etwa 50 Meter von uns entfernt stellte er sich plötzlich auf seine beiden Hinterbeine und checkte mit seinem wichtigsten Sinnesorgan, seiner feinen Nase, die Lage. Was für ein Anblick. Ein riesiger Bär, stehend, mitten in seinem fantastischen Lebensraum, dem Packeis. Ihr könnte euch vorstellen, wie die Kameras rauchten. Wahnsinn was für ein Erlebnis. Der Bär war nicht wirklich scheu. Er stapfte in etwas 20-30 Meter Entfernung an uns vorbei. Ich habe heute noch Gänsehaut, wenn ich an diese Minuten zurückdenke.

Nach einer Woche verließen wir die Eiskante, diesen magischen Ort mitten im Nirgendwo, wieder. Vor uns lag ein ganzer Tag Fahrt auf weichen, holprigen Packeis. Am Abend erreichten wir Pond Inlet, genoßen eine warme Dusche und freuten uns schon alle wieder…auf neue Abenteuer in der Arktis.

Das Leben ist schön!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im März 2020!

Serie Bild 13: Geduld zahlt sich aus!

Das Bild entstand im September 2013 im Wrangell-St.-Elias-Nationalpark in Alaska. Der NP ist mit knapp 53.000 Quadratkilometern der größte Nationalpark der USA…und einer der wildesten. An den Rand des Parks führen lediglich zwei kleine Schotterpisten…und dann geht`s erst los. Viele der Berge sind weit über 4500 Meter hoch. Während in den Denali NP jedes Jahr ca. 600.000 Touristen strömen, sind es im Wrangell-St. Elias nur knapp 80.000. Der Park hat einfach keine touristische Infrastruktur…was gut ist….bleibt er dadurch wild und ungezähmt. Neun der sechzehn höchsten Berge der USA liegen in dieser Region. Ich besuchte den Park das erste Mal 1999. Damals fuhr ich bis nach McCarthy und unternahm von dort Tageswanderungen in die grandiose Bergwelt. Ich fühlte mich hier sofort wohl…alles war ruhiger und noch a bißerl wilder wie im berühmten Denali NP.

Im September 2013 verbrachte ich vier Wochen in Alaska. Ich fotografierte in der Brooks Range im hohen Norden und im Denali NP in Zentralalaska. Nach knapp 3 1/2 Wochen war ich fix und fertig. Alaska ist grandios und schön…aber auch extrem anstrengend. Das Wetter ist meist schwierig (um es mal gelinde auszudrücken) und viele tolle Locations sind nur zu Fuß zu erreichen…! Während der ersten 3 1/2 Woche hatte ich fast nur Regen, Nebel…es war saukalt…trotzdem habe ich natürlich Vollgas gegeben. Ich stand damals auch ein wenig unter Druck, da ich gerade an einem neuen Buch über Alaska für den Verlag National Geographic arbeitete…(und „denen“ will man natürlich ein paar gute Bilder liefern). Also…gegen Ende der Reise hatte ich noch 4 Tage Zeit. Denali und Brooks Range waren (trotz Nebel und Regen) ganz gut gelaufen und ich wollte unbedingt noch ein paar Tage ausspannen, einfach die Wildnis, die Natur Alaskas genießen. Ich entschied mich, dies im Wrangell-St.-Elias Nationalpark zu tun. Alle Wege in den Park führen über Glennallen, einem kleinen Ort im Zentralalaska. Von hier aus hat man, wenn das Wetter mitspielt, einen grandiosen Blick auf die Schnee- und Eisklötze des Wrangell-St.-Elias NP. Als ich in Glennallen ankam, war das Wetter fantastisch. Ich fuhr zu einem tollen Aussichtspunkt, den ich von früheren Reisen kannte. Als ich dort ankam….immer noch Prachtwetter…nur waren die großen Berge des Parks in Wolken gehüllt. Das passiert sehr oft, diese Berggiganten produzieren ihr eigenes Wetter. Ich begann zu warten und hoffte, die Wolken würden sich später auflösen. Es passierte nichts. Auch am Abend steckten alle Gipfel in einer dicken Wolkensuppe. Also entschied ich mich, auf den nächsten Morgen zu warten. Am nächsten Tag dasselbe Bild. Traumwetter nur eben im Wrangel-St.-Elias nicht. Ich beschloß, weiter zu warten, fotografierte über Stunden hinweg Pfeifhasen, kleine lustige Nager, die zu meinen absoluten Lieblingstieren Alaskas gehören. Dann kam der Abend. Immer noch Wolken. Plötzlich aber riss es für wenige Minuten auf und zumindest Teile der Giganten lugten für kurze Zeit aus der Wolkendecke (im Bild sieht man ganz rechts die Flanke des Berges)…und das im schönsten Licht. Ich weiß bis heute nicht, welcher Berg sich da kurz zeigte….wurscht….war trotzdem super. Ich machte sicherlich 200 Aufnahmen…immer dasselbe Motiv….wurscht….war trotzdem sauguat!

Die restlichen drei Tage verbrachte ich im Park…bin an fantastischen Gletschern entlang gewandert, habe an wilden Flüssen gedöst und die Natur Alaskas mit allen Sinnen genoßen. Heute würde ich meine gesamten Reisen genauso verbringen…langsam…ohne Hektik…viel mehr die Natur genießen…man wird älter und klüger hihi (okay klüger vielleicht nicht…aber älter…).

Das Leben ist schön!

Bleibt´s gsund!

Bernd Römmelt im März 2020!

Serie Bild 12: Fotografische Steinzeit!

Dieses Bild ist etwas Besonderes. Nicht weil es besonders spektakulär wäre, es ist jedoch eines meiner ersten Bärenbilder überhaupt. Es entstand im Juli 1996 im Katmai Nationalpark in Alaska. Ich durchstreifte dieses großartige Land damals fast neun Wochen. Ganz alleine…oh mei waren das noch Zeiten. Ich war voller Enthusiasmus, bin allem hinterher gestiegen, was sich nur irgendwie bewegt hat….in der Hoffnung „weltbeste“ Tierbilder zu bekommen. Damals traf ich im Katmai Nationalpark große Fotografen wie Theo Allofs oder Mathias Breiter….Helden meiner Zeit. Ich schaute mir einiges von den beiden ab. Z.B. wie fokussiert und hartnäckig beide arbeiteten. Sie waren immer die ersten, die in der Früh auf waren und immer die letzten, die schlafen gingen. Theo schwärmte von seiner nagelneuen Nikon F5….“die macht jetzt 8 Bilder in der Sekunde“…heute würde man über diese Serienbildgeschwindigkeit nur müde lächeln…damals aber war das Wahnsinn. Ich fotografierte zu dieser Zeit mit einer Nikon F4. Mit dieser Kamera konnte man Nägel in die Wand hauen, so robust war das Gehäuse. Für alle jüngeren Leser. Damals fotografierte man noch mit analogen Kameras. D.h. man konnte die Kameras hinten aufklappen und einen Film einlegen hihi. Diese Filme hatten ASA/ISO Zahlen von sage und schreibe 50 oder 100. Lichtempfindlichere Filme waren eigentlich nicht zu verwenden, da das Filmkorn dann extrem störend wurde. Wir Fotografen waren also gezwungen, mit 50 oder 100 ASA zu arbeiten (im Vergleich: manche der heutigen digitalen Kameras können gar nicht mehr auf 50 oder 100 ISO gestellt werden….ist einfach zu wenig). Um scharfe Bilder zu bekommen, waren lichtstarke, teure Objektive nötig…z.B welche mit der Anfangsöffnung von 2.8. Man muss sich das mal vorstellen: Wenn ich damals in den dunklen Wäldern Alaskas Tiere fotografieren wollte, hatte ich maximal 100 ASA/ISO zur Verfügung….man war das schwierig (heute fotografiere ich Tiere mit 3200 ASA oder 6400 ASA und das als quasi „Grundeinstellung“). Darüber hinaus besaß ich zu dieser Zeit keine einzige Optik, die mit Autofokus ausgestattet war….ich musste alles manuel also per Hand scharf stellen. Das Bild oben schoß ich also mit der Nikon F4 und dem Nikkor MF 4/500mm (natürlich ohne Stabi, den gabs damals bei Nikon noch nicht) auf Velvia 50 (was für ein Film!!!).

Ich mag das Bild aber nicht nur deswegen so gerne, weil es eines meiner ersten Bärenbilder war, sondern auch weil der Bär hier so wunderbar auf dem einzigen Stein weit und breit sitzt. Er wollte sich anscheinend nicht nass machen. Das Lustige war, dass ca 50 Meter von ihm entfernt, in den legendären Brooks Falls, zehn weitere große Braunbären standen und sich um die Lachste stritten, die im Juli zu Millionen die Flüsse Alaska hinauf ziehen. Er beobachtete nur, war total entstpannt (…schaut euch mal seine Tatzen an….unglaublich)

Übrigens schaute ich damals immer etwas neidisch auf die neusten Kameras und Objektive meiner Helden….meine Ausrüstung hinkte dem Stand der Technik (und der war im Vergleich zu heute „steinzeitlich“) um ein paar Jahre hinterher. Ich kaufte immer alles gebraucht, meist technisch veraltete Ausrüstung, weil damals einfach finanziell nicht mehr drinn war. Irgendwann sagte Theo zu mir: Schau nicht auf die Ausrüstung, die spielt keine große Rolle, mach dein Ding, schau auf die Landschaft, die Tiere, du mußt eins werden mit deinem Fotoobjekt…du musst die Seele einer Landschaft, eines Tieres berühren….und das schaffst du nur, wenn du das Land, die Region liebst…dann machst du die besten Bilder. Wie recht er doch hatte der gute Theo. Alaska wurde zu meiner großen Liebe…bis heute

Das Leben ist schön!!

Bleibt`s gsund

Bernd Römmelt im März 2020!

Serie Bild 11: Zu Hause!

Mal wieder was Aktuelles. Letzte Woche war ich seit langen mal wieder im bayerischen Alpenvorland unterwegs. Momentan ist es schwierig. Der Winter ist vorbei (war es überhaupt da?) und der Frühling ist noch nicht wirklich angekommen. Fotografisch interessant sind jetzt eigentlich nur Stimmungen. Seien es farbige Himmel Morgens oder Abends oder eben Nebelstimmungen. Normalerweise ist der März ein absoluter Nebelmonat….zumindest was Bodennebel betrifft. Diese Jahr ist jedoch alles anders. Nur an wenigen Tagen war tiefer Nebel zu beobachten…..es war einfach zu trocken und oft zu windig. Letzte Woche allerdings bildete sich an 3 Tagen in Folge toller Nebel. Ich nutzte meine Chance und machte einen kleinen Ausflug in`s bayerische Alpenvorland. Den genauen Ort der Aufnahme behalte ich lieber für mich, in Zeiten von Instagram muss man besondere Ort geheim halten, einfach um sie zu schützen. Wenn ich an ehemals tolle Locations denke (z.B die Seen im Werdenfelser Land), die heute überrannt werden von Instagram Jüngern, dann wird mir ein wenig schlecht.

Wie oben geschrieben, entstand das Bild mit einer kleinen Drohne. Die Drohnenfotografie eröffnet vollkommen neue Möglichkeiten. Ich sage oft, dass ich die Fotografie wahrscheinlich längst an den Nagel gehängt hätte, wenn nicht die Drohnen gekommen wären. Mit der Drohne hat sich alles verändert….alles ist wieder neu. Motive, die ich schon hundert mal fotografiert habe (von unten), sind jetzt wieder lohnenswert, weil von oben halt alles komplett anders aussieht. Die Bildqualität der kleinen Flugroboter kommt natürlich noch nicht an die der großen Spiegelreflex- oder spiegellosen Kameras (größerer Sensor) heran, trotzdem reicht sie aus, um z. B. großformatige Kalender oder Doppelseiten in Büchern zu drucken.

Ich mag das Bild zum einen, weil die Vogelperspektive allein schon spektakulär ist. Zum anderen, weil der Nebel perfekt durch die Bäume im Wald bricht. Oft brauche ich eine ganze Akkuladung (ca 25 Minuten), um ein tolles Motive zu finden. Man fliegt hin und her und während die Drohne schon laut zum Rückflug mahnt, macht man dann in aller letzte Minute sein Bild (so auch hier).

Die Drohnenfotografie wird schwieriger….ab Juli 2020 kommen neue Gesetze….dann war`s das (okay nicht ganz) mit der Fotografie aus der Vogelperspektive.

Das Leben ist schön!!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im März 2020!

Serie Bild 10: Halte durch geliebtes Italien!

Liebes Italien, bitte halte durch….irgendwann kommen wieder bessere Zeiten. 100 %. Eigentlich bin ich gar kein großer Fan des Südens, ich war seit sicherlich 20 Jahren nicht mehr südlicher als Südtirol. Die Tierwelt und die Landschaften des hohen Nordens sind halt einfach eher mein Ding. Ich kann mich aber an Zeiten als kleiner Junge erinnern, in denen ich nirgendwo anders hin wollte als nach Italien. Ich habe die wunderbaren Urlaube mit meinen Eltern nach Gargano oder Punta Ala direkt vor meinem geistigen Auge. Camping direkt am Meer, Abends immer Pizza dann am nächsten Morgen schnorcheln an der Küste…! Wenn ich heute in die (südlichen) Dolomiten reise, dann freue ich mich immer wieder auf`s Neue, wenn ich irgendwo diese unglaublich schöne Sprache höre. Keine andere Sprache der Welt hat so einen wunderbaren Klang, wie die Italienische.

Das obige Bild entstand in Südtirol (ich weiß, Südtirol ist nicht Italien…genausowenig wie Bayern Deutschland ist…hihi), auf dem Schlern. Im Juli 2014 fotografierte ich an einem Bildband über Südtirol. Mir fehlten noch Bilder vom Rosengarten, der Seiser Alm und und und. Also startete ich Richtung Süden. Der Wetterbericht war prächtig. Uns wurde wolkenloser Himmel versprochen. Ich stieg hinauf zum Schlernhaus und bemerkte schon beim Ausftieg große Wolkentürme über dem Rosengarten. Hmm…von Gewittern war im Wetterbericht des DAV nichts zu lesen. Im Gegenteil, es war stabiles Sommerwetter vorhergesagt. Oben auf dem Schlern angekommen, zog aus dem Westen eine gewaltige Gewitterfront auf uns zu. Ein Traum. Scheiß auf blauen Himmel, wenn Du die Chance auf stimmungsvolle Gewitterstimmungen hast. Ich blieb natürlich am Gipfel, das Gewitter rollte über uns hinweg. Es blitzte, donnerte, hagelte…immer wieder aber brach die Sonne durch die dichten Wolken und zauberte unglaubliche Stimmungen. Neben mir stand eine alte Frau aus Franken….aber die Geschichte kennen die meisten ja schon. Ich fotografierte wie verrückt in alle, wirklich alle, Richtungen. Irgendwann drehte ich mich Richtung Rosengarten, dort ging gerade ein heftiger Regenschauer nieder. Plötzlich aber brach die Sonne für wenige Sekunden durch einen kleinen Schlitz und strahlte direkt „in den“ Regenschauer. Ein fantastischer Regenbogen spannte sich über den Himmel. Unlaublich, Wahnsinn…in solchen Situationen wird Fotografieren zur Schwerstarbeit. Nicht weil es so anstrengend wäre, den Auslöser zu drücken, sondern weil man vor lauter Aufregung um Luft ringt. Ich fotografierte noch bis in den späten Abend hinein, dann wanderte ich vollkommen erschöpft runter zum Schlernhaus. Was für ein Abend. Ich sollte immer auf den Wetterbericht des DAVs hören…hihi.

Auch wenn obiges Foto „nur“ am Rande Italiens entstand, verbinde ich mit meinen Reisen in die Dolomiten, nach Südtirol immer auch dieses Italien-Gefühl….die Luft ist anders, milder, weicher, der Duft des Meeres liegt schon in der Luft. Liebes Italien, ich verspreche Dir hoch und heilig, wenn alles vorbei ist, dann besuche ich Dich wieder. Dann fahre ich sogar bis ans Mittelmeer, campe direkt am Strand, esse jeden Abend Pizza, schnorchle am nächsten Morgen an deinen wilden Küsten und lausche Deiner Sprache, Deiner unglaublich schönen Sprache…!

Das Leben ist schön!!

Bleibt`s gsund

Bernd Römmelt im März 2020!

 

Serie Bild 9: In einer anderen Welt!

Im März 2010 reiste ich nach Qaanaaq im äußersten Norden Grönlands. Qaanaaq ist eine der nördlichsten Siedlungen der Erde. Der Ort wurde im Jahr 1953 gegründet, als die Bewohner des Ortes Uummannaq dort dem amerikanischen Militär (Thule Air Base) weichen mussten und nach Qaanaaq (zwangs) umgesiedelt wurden. Die sage und schreibe 600 Einwohner leben heute noch überwiegend von der Jagd (und zunehmend vom Tourismus). Was mich bis heute besonders fasziniert, ist das dort oben keine Schneemobile erlaubt sind. Wer im Winter raus auf`s Packeis will, um z. B. auf die Jagd zu gehen, der muss das mit dem Hundeschlitten tun. Wie in längst vergangenen Tagen.

Ich erreichte den Ort am 6. März. 2010 Die Anreise war abenteuerlich. Zwei ganze Tage brauchte ich hinauf….unzählige Stopps in den kleinsten Inuit Dörfern rüttelten meinen  Magen gehörig durch…landen, starten, landen, starten….  Als ich dann endlich in Qaanaaq ankam, herrschte Prachtwetter: Wolkenloser Himmel und knapp – 30 Grad. Ich wurde von Hans Jensen dem Eigentümer des legendären Hotel Qaanaaq abgeholt (Er trug übrigens Pantoffeln….(hinten offen)). Hans brachte mich in sein winzig kleines Hotel. Ich war der einzige Gast….traumhafte Bedingungen also. Ich fühlte mich sofort wohl. Vom Hotel hat man einen schönen Blick über das kleine Dorf auf den (zugefrorenen) Fjord. Im kleinen Aufenthaltsraum gab es Frühtsück und Abendessen. Hans fragte mich, warum ich hier rauf komme. Ich antwortete: keine Ahnung, ich wollte schon immer mal hier her. Landschaften fotografieren, einheimische Jäger fotografieren…und, und, und“. Hans gefiel meine totale Planlosigkeit sofort. Schon am ersten Abend ging ich raus auf`s Packeis, um dort im schönsten Winterlicht Eisschollen zu fotografieren. Es war gigantisch. Man bekommt hier sowohl Eisberge kalbender Glestscher (gefrorenes Süßwasser) als auch Packeis (gefrorenes Salzwasser) vor die Linse. Ich wackelte jeden Tag früh morgens raus auf`s Packeis und kam Abends wieder zurück. Hans hatte mich vom Hotel immer im Blick. Wie er mir am Schluss meiner Reise anvertraute, beobachtete er mich immer wieder mit seinem Fernglas, damit ich draussen auf dem zugefrorenen Meer nicht verloren gehe.

Nach fünf Tagen und gefühlt zehntausend fotografierten Eisschollen, fragte ich Hans, ob er jemanden kenne, der mich mal mit seinem Hundeschlitten mitnimmt. Er überlegte etwa zwei Sekunden und meinte dann, dass sein Nachbar Mads Ole Kristiansen gerade von der Walroßjagd zurück sei und sicherlich Zeit hätte. Und so war`s. Kurz darauf saß ich bei Mads Ole in der Küche und wir verabredeten uns zu einem kurzen Jagdtripp am nächsten Tag. Am frühen Morgen ging ich zu ihm rüber, dick eingepackt in meine wärmste Funktionskleidung. Mads lachte und meinte, so kommst Du mir nicht mit. Meine Klamottem würden nichts taugen. Ich müsse seine Klamotten anziehen. Das waren: Anorak und Stiefel aus Seehundfell, Hose aus Eisbärenfell. Puh. Also verkleidete ich mich als Inuit und auf ging`s. Es war Wahnsinn. Ich habe noch nie derart warme Klamotten am Körper getragen, das einzige Köperteil, das fror war meine Nase. Wir fuhren raus auf`s Packeis. Mads „steuerte“ seine Hunde mit der Peitsche. Was für uns ein wenig befremdlich sein mag, ist für die Inuit Normalität. Hunde sind Arbeitstiere, nicht mehr aber auch nicht weniger. Wir kamen gut voran, der Schlitten glitt perfekt über den Schnee. Was mir ein wenig Sorgen machte, war das Temperament von Mads. Ständig wirbelte er seine Peitsche durch die Luft….und irgendwann hatte ich sie im Auge. Sofort war das rechte Auge dick zugeschwollen. Mads schaute mich kurz an und meinte wir sollten zurück, um die Verletzung von einem Arzt in Qaanaaq anschauen zu lassen. Ich war anfangs recht widerwillig. Als ich jedoch überhaupt nichts mehr sah, willigte ich ein. Wir waren ca. 3 Stunden von Qaanaaq entfernt. Immer wieder passierten wir unglaubliche, im Eis fest gefrorene Eisberge. Ich sprang ständig vom Schlitten und fotografierte. Eis, Schlitten, Eis, Schlitten…und das alles bei fantastischen Licht. Das Bild oben entstand genau an so einem Eisberg. Ich mag das Bild sehr gerne. Zum einen natürlich, weil es eine hocharktische Landschaft zeigt. Zum anderen, weil es wie aus der Zeit gefallen wirkt. Nichts deutet auf die Gegenwart, die Neuzeit hin. Das Bild hätte so (oder so ähnlich) auch vor hundert Jahren aufgenommen sein können.

Am Abend kamen wir zurück nach Qaanaaq….ich ging ins kleine Krankenhaus. Dort schaute mir eine Hebamme (!!) tief ins rechts Auge…und meinte…ah, da passt alles. Beruhigend!!!

Achso…ich bin beim fotografieren zum Glück „Linksschauer“…das rechte Auge brauche ich nur……ah keine Ahnung für was!

Das Lebens ist schön!!

Bleibt`s gsund!

Bernd Römmelt im März 2020!

Serie Bild 8: Zu Besuch bei der Eagle Lady

Das Bild der Weißkopfseeadler entstand im Februar 2007 am Homer Spit auf der Kenai Halbinsel in Alaska. Das Homer Spit ist eine kleine, schmale Landzunge, die 7 km in die Kachemake Bay reicht. Das Homer Spit war bis zum Januar 2009 das Eldorado für alle Weißkopfseeadler-Fotografen auf der ganzen Welt. Ich schätze mal, dass ca 80-90 % aller bis dahin veröffentlichten Bilder von Weißkopfseeadlern dort entstanden sind. Ich war das erste mal 1999 dort und war sofort begeistert. Bis zu 300 Adler sammelten sich jedes Jahr auf dieser winzigen Halbinsel. Der Grund war Jean Keene. Jean hatte es sich vor Jahrzehnten zur Lebensaufgabe gemacht, die Adler im harten Winter Alaskas zu füttern. Nur diese regelmäßige Fütterung lockte im Winter so viele Adler nach Homer. Jeden Morgen, bei jedem Wetter stand Jeane neben ihrem kleinem Motorhome, in ihrem liebevoll gepflegten Garten und fütterte die Tiere mit Fischresten aus der nahen Fischfabrik. Unglaublich. Jeder der wollte, konnte sie besuchen und in ihrem Garten die Adler fotografieren.

Manchmal sammelten sich am Strand 50-100 Tiere gleichzeitig und warteten auf ihr Frühstück. Für uns Fotografen ergaben sich dadurch natürlich unglaubliche Fotomöglichkeiten. Adler sitzend, kämpfend, fliegend, landend…..es war einfach nur gigantisch. Ich verbrachte viele Stunden dort, plauderte mit Jean, mit anderen Fotografen….paradiesische Zustände. Für mich sind Weißkopfseeadler die schönsten Vögel Alaskas. Wer schon Mal einem Adler in die Augen gesehen hat, der wird diesen Moment nie wieder vergessen. Ich konzentrierte mich damals in erster Linie auf Flugaufnahmen, da man hier formatfüllende Aufnahmen mit einem 70-200mm Objektiv bekam (und damals war das 70-200mm das einzige meiner Objektive mit einem Bildstabilisator). Die Arbeit aus der freien Hand, also ohne Stativ, war so wunderbar einfach, man war schneller und flexibler als mit den langen Brennweiten. Oft legte ich aber auch das 70-200 mm Objektiv beiseite und schnallte meine 24-105mm Optik an die Kamera, einfach um die grandiose Landschaft Alaskas noch mit auf das Bild zu bringen. Könnte ich die Zeit zurückdrehen, dann würde ich aus heutige Sicht wahrscheinlich nur mit Weitwinkel arbeiten….Tiere in der Landschaft, das ist die Krönung der Naturfotografie.

Jean starb im Jahr 2009 und damit ging auch dieses Adler/Fotografenparadies verloren. Die Adler wurden die nächsten Jahre noch ein wenig weiter gefüttert, damit die „Entwöhnung“ nicht Hals über Kopf über sie hereinbrach. Natürlich werden jetzt einige schimpfen…“das ist doch gegen die Natur, die Adler zu füttern, das geht doch nicht….“. Ja stimmt alles, trotzdem war es schön bei Jean. Sie war ein Original, eine Ikone Alaskas, ein wenig verrückt aber unglaublich liebenswert. Sie hinterlässt eine Lücke….bis heute. Alaska verändert sich….leider nicht zum guten.

Das Leben ist schön!

Bleibt´s gsund!

Bernd Römmelt im März 2020!

Serie Bild 7: Diese Gruppe wäre erlaubt!

Das Bild entstand im September 2017 in Svalbard und zeigt eine Walrossmutter mit ihrem kleinen Jungen. Der Inselarchipel Svalbard ist eine Perle in der Arktis. Ich sage immer, es ist die Arktis in Kleinformat. Wer möglichst viele, typische Tiere der Arktis in kurzer Zeit kennen lernen möchte, der muss nach Svalbard. Mit ein wenig Glück kann man hier innerhalb von nur zwei Wochen z.B. Eisbären, Walrosse, Polarfüchse, Eiderenten, Rentiere, Krabben- und Papageitaucher, Bartrobben und und und beobachten. Es ist ein Paradies. Man nennt Svalbard auch das warme Herz der Arktis, da der warme Golfstrom für mildere Temperaturen als sonstwo auf diesem Breitengrad sorgt.

Wir schipperten im September 2017 drei Wochen rund um Svalbard. Es war eine stürmische Reise. Eine Orkantief nach dem nächsten jagde über uns hinweg und zwang uns oft, in den geschützten Fjorden Schutz zu suchen. Wer im Herbst dort oben unterwegs ist, weiß worauf er sich einlässt. Es ist die Zeit der Herbststürme. Der Herbst ist aber die einzige Zeit, in der man weit nach Osten fahren kann. Wer früher unterwegs ist, dem versperrt dichtes Packeis den Weg. Das Packeis hatte sich im September weit in  den Norden der Inselgruppe zurückgezogen, so dass wir ohne Probleme bis nach Kvitoya steuern konnten. Kvitoya, die weiße Insel, ist die östlichste Insel des Archipels. Ein dicker Eispanzer liegt wie ein Sargdeckel über der Insel. Wir erreichten Kvitoya an einem stürmischen Tag (natürlich). Immer wieder sahen wir kleine Gruppen von Walrossen vor den Gletscherwänden auftauchen. An eine Zodiacfahrt (kleine, feste Schlauchboot) war eigentlich nicht zu denken. Es juckte uns aber irgendwie doch. Besonders meine guter Freund und Kollege Norbert Rosing wollte unbedingt in Wasser. Also….rein in die Schlauchboote und ab zu den Walrossen. Es waren große Gruppen von Tieren, die immer wieder auftauchten und uns neugierig beobachteten. Es war fast unmöglich zu fotografieren. Immer wieder schwappten große Wellen ins Boot. Die Zodiacs wurde so durchgerüttelt, dass scharfe Bilder zur Glücksache wurden. Ich merkte bald, dass ich immer dann auf den Auslöser drücken musste, wenn die Boote in einen der „Wellengräben“ abtauchte. Aus den Augenwinkeln heraus sah ich plötzlich eine Walrossmutter mit ihrem Jungen, die uns bebachtete. Das Boote tauchte wieder in eines dieser Wellentäler und ich fotografierte einfach los, sicherlich 40-50 Bilder. Ich konnte im Sucher gar nicht erkennen, was ich da fotografierte. Das Boot schwankte derart, dass ich eigentlich gar nichts mehr sah. Erst beim überprüfen meiner Bilder an Bord, sah ich zu meiner großen Freude, dass tatsächlich ein paar Schüsse was geworden waren. Das obige Bild ist mein absoluter Liebling. Was für unglaublich schöne, majestätische Tiere. Sie schauen aus, wie aus einer anderen Welt. Beide blicken mir direkt in die Linse, direkt in meine Seele. Die Tiere stehen unter strengen Schutz. Sie treffen so selten auf Menschen, dass sie nur wenig Scheu besitzen. Der Mensch ist einfach keine Gefahr für sie….so müsste es überall auf der Welt sein. Neugierige Tiere, die kein Angst vor uns Menschen haben.

Svalbard….du Perle des hohen Nordens….ich hoffe, Dich diesen August wieder besuchen zu können…die Hoffnung stirbt zu letzt.

Bleibt`s gsund

Bernd Römmelt im März 2020!